Korkenrecycling

Am 1 Juli 1999 habe ich die Sammelstelle für Kork-Zapfen (von Wein- und Champagnerflaschen) beim Bahnhof in Reichenburg/SZ eröffnet. Zu einem späteren Zeitpunkt eröffnete ich auch noch je eine Sammelstelle in Lachen/SZ, Wangen/SZ und in Bilten/GL.
In der Schweiz werden pro Jahr rund 150 Millionen Korken verwendet, dies gibt ein Gewicht von ca. 400 Tonnen. Es ist viel zu schade, wenn alle diese Kork-Zapfen weggeworfen werden. Die gesammelten Zapfen werden gereinigt und zu Korkschrot verkleinert. Daraus wird durch Zusatz von Naturleim Presskork hergestellt. Diese können als Boden- oder Wandplatten, oder auch als Isolationsplatten verwendet werden. Das Korkenrecycling ist wohl die umweltfreundlichste Methode, denn dabei entstehen so gut wie keine Emissionen für die Umwelt. 
Korkeichen wachsen hauptsächlich im Mittelmeerraum in Portugal, Spanien und in Nordafrika. Dank den hervorragenden Eigenschaften ihrer Rinde sind sie bestens an Trockenheit, Hitze und Temperaturwechsel dieser Gegenden angepasst. Die Rinde macht sie sogar resistent gegen Waldbrände. 
Die Korkeichenhaine sind noch heute teilweise äusserst wertvolle Lebensräume mit einer immensen Vielfalt an Pflanzen, Insekten, Reptilien und Vögel. Ausserdem schützen diese einheimischen grosskronigen Bäume den Boden bestens vor Erosion. Korkeichen brauchen von der Pflanzung bis zur ersten Ernte 25 Jahre und danach jedes Mal 10 Jahre bis neue, für Zapfen brauchbare Korkrinde nachgewachsen ist. 
Die traditionelle Nutzung von Korkeichen ist deshalb unbestritten von hohem ökologischen Wert und das Korksammeln ein aktiver Beitrag zum Artenschutz. 
Mehr Informationen durch die Firma BOUCHONS SCHLITTLER in Näfels.
Natürlich gibt es auch immer wieder Leute, die stellen ihre Säcklein mit Korkzapfen uns vor die Haustüre. Das stört mich überhaupt nicht, nur würde ich mich freuen, wenn jeweils noch ein Gruss vom/von der SammlerIn drin wäre.

Korkeichenwald

 

Bernadette Gerber

Büro für Mensch und Umwelt (BfMU)

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